„Und die Vesperkirche klingt nach“

Die 1. Memminger Vesperkirche war ein voller Erfolg

Memmingen, 12.03.2020 – Fast genau auf den Tag fünf Wochen ist es her, dass die Christuskirche die Tore zur 1. Vesperkirche öffnete. Die Organisatoren wussten nicht, was passieren würde: Würden die Gäste zahlreich erscheinen, das Konzept der Gemeinschaft aufgehen, die Kosten des rein über Spenden finanzierten Projekts gedeckt werden?

Die Stimmung war immer top bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern. (Credit: A. Zwibel)

Die Fakten rund um den Erfolg
Statt den erwarteten 300 Besuchern pro Tag, wurden im Durchschnitt täglich 500 Essen ausgegeben und der Kirchenraum war immer groß genug für Alle. Auch das Spendenbarometer ist mittlerweile an seinem Ziel angekommen. Dank der Großzügigkeit der vielen Sponsoren, Sachspender, zahlreicher Privatspender und Unterstützer konnten alle Kosten gedeckt werden.

Ein Mittagessen samt Getränken und einem Vesperpaket für nur 2 Euro? „Uns ist bewusst, dass es sich dabei um einen rein symbolischen Beitrag handelt. Aber die, die mehr geben konnten, haben das auch gemacht und so ging das Konzept der Großzügigkeit auf!“ sagt Stefan Gutermann, Diakonie Vorstand und einer der drei Träger der 1. Vesperkirche.

Geschichten die die Vesperkirche schrieb
Aber Vesperkirche war natürlich viel mehr als Essen – der große Fokus lag auf dem Thema Gemeinschaft leben, Hilfestellungen finden und leisten.

Barber Angels Präsident Claus Niedermaier bei seinem Einsatz bei der 1. Vesperkirche Memmingen. (Credit: A. Zwibel)

Da waren zum Beispiel die Barber Angels zu Besuch, die Gästen mit kleinem Geldbeutel einen kostenlosen Haarschnitt zukommen ließen. Strahlende Gesichter und ein Gefühl des Stolzes schwebten da durch den Raum. „Es braucht so wenig“, sagt Barber Angels Präsident Claus Niedermaier, „um den Menschen Würde und Selbstwert wiederzugeben. Wir waren so gerne ein Teil dieses großartigen Projekts. Und wir kommen wieder!“

Oder Herr M., der mit seinen 93 Jahren ein täglicher Gast der Vesperkirche war. Mit seiner kleinen Rente bekam er jeden Tag ein gutes Essen und konnte zahlreiche neue Bekanntschaften schließen. „Mensch Papa, deine Bäckchen sind ja runder geworden“, sagt seine Tochter, die ihn einmal begleitete.

„Ich hab hier eine Aufgabe und einen Platz gefunden. Ich wurde als Mensch jeden Tag gleichermaßen wahrgenommen“, sagt Herr T., ein ehrenamtlicher Mitarbeiter.

v.l. Dekan Christoph Schieder, Pfarrer Holger Scheu und Diakonie-Vorstand Stefan Gutermann bei der Dankveranstaltung der ehrenamtlichen Mitarbeiter.

„Wir wurden oft gefragt ob denn auch Menschen mit geringem Einkommen vor Ort waren“, erzählt Holger Scheu, Pfarrer und Hausherr der Christuskirche. „Durch die Gemeinschaft, da saß arm neben reich, Einheimischer neben Zugezogenen, jung neben alt – waren sie alle eins – Mensch!“

Vesperkirche 2021?
Natürlich steht die Frage im Raum, ob es 2021 wieder eine Vesperkirche geben wird. Dazu trifft sich das Orgateam der Vesperkirche in den nächsten Woche zu einer Klausur. Aber wenn man den Organisatoren ganz genau in die Augen sieht, dann ist da schon wieder dieses Flämmchen, das man von Anfang an sehen konnte.

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