„Die Kirche ist da – mit Schweinebraten“: Vesperkirche Memmingen war ein voller Erfolg

Vom 13.-27. März fand in der Christuskirche die Vesperkirche statt, die erfolgreicher verlief, als man während der Planungen noch vermutete. Aufgrund der pandemischen Lage gab es weder ein buntes Kulturprogramm noch ein großes Miteinander. Stattdessen wurden warme Mahlzeiten verteilt und eine nette Atmosphäre an Stehtischen vor der Kirche geschaffen – und dieses Konzept der etwas anderen Vesperkirche erwies sich als erfolgreich. 

Über 4000 Essen verteilt

Zu Beginn der Vesperkirche hatte man für den Eröffnungstag mit 100 Essen gerechnet, während der Planung sogar mit 75. Allerdings waren die bestellten 100 Essen nach einer Stunde verteilt. Laut Schätzungen hätte man bereits am ersten Tag der Vesperkirche um die 200 Essen ausgeben können. Im Laufe der zwei Wochen  wurden es teilweise über 300 Essen am Tag. „Wir haben ca. 4300 Essen in den 15 Tagen verteilt. Oft haben die bestellten Portionen nicht ausgereicht, sodass wir unter der Woche nachbestellt haben. Mit diesem Ansturm hätten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dass diese Vesperkirche so ein Erfolg war, freut uns natürlich und auch die Gäste waren sehr zufrieden – was die Hauptsache ist“, so Organisationsleiterin Manuela Walcher. „Die meisten Besucher*innen, waren Menschen mit kleinem Geldbeutel – in etwa 70%. So kommen pro Essen ungefähr zwei bis drei Euro in die Kasse“, erklärt sie weiter.

Das übriggebliebene Essen vom letzten Vesperkirchentag wurde im Anschluss im Erlenweg verteilt. „Da war die Freude besonders groß“, erzählt Manuela Walcher. Wir kamen mit dem Essen und plötzlich rief ein Mann den anderen Bewohnern zu ‚Die Kirche ist da mit Schweinebraten‘ und innerhalb weniger Augenblicke waren die 32 Portionen verteilt. Diese Begegnung war für mich persönlich ein  bewegender Abschluss für die diesjährige Vesperkirche“, betont sie.

Ohne Ehrenamt keine Vesperkirche

Dass die Vesperkirche anders verlaufen wird, war auch im Bereich Ehrenamt schnell klar, erklärt Diakonin und Ehrenamtsbeauftragte Sabrina Schade. Doch auch, dass die Vesperkirche ohne ehrenamtliche Hilfe nicht denkbar wäre. „So haben wir anfangs eher mit einer geringen Anzahl an Helfenden geplant – wir wussten ja nicht, wie unser diesjähriges Angebot angenommen wird. Doch Gott sei Dank ist auf unsere Ehrenamtlichen Verlass und es haben sich schon im Vorfeld viele Menschen auf die Liste von Ersatzleuten setzen lassen. So wurden im Laufe der ersten Vesperkirchen-Tage viele Telefonate geführt und E-Mails geschrieben und die Zahl der ehrenamtlich Helfenden von anfangs geplanten vier Personen auf bis zu 12 pro Tag aufgestockt. Es ist wirklich ein Geschenk, dass alles so unkompliziert geklappt hat und mehr noch, dass sich alle Angefragten sogar so über ihren Einsatz gefreut haben, dass sie auch für andere Tage und auch für die nächste Vesperkirche Ihre Mithilfe angeboten haben. Das macht Mut und Freude, schon an die nächste Vesperkirche zu denken.“

„Schirmherrin Julia E. Schultz war auch vor Ort und hat mitgeholfen, wo sie nur konnte. „Ich bin das erste Mal bei einer Vesperkirche dabei und find‘s großartig. Auch was das Team hier auf die Beine gestellt hat. Besonders gefällt mir die offene Atmosphäre, welche die Menschen empfängt. Und während man auf ein tolles Mahl wartet, kann wenigstens kurz ein bissl „gemeinsam Sein“ genossen werden. Es ist schön, ein kleiner Teil davon sein zu dürfen und so freue ich mich bereits auf nächstes Jahr, wenn ich wieder Schirmherrin – dann bei einer Vesperkirche im hoffentlich großen Stil – sein darf.“

Begegnung und Seelsorge

Das Organisationsteam hatte zu Beginn Bedenken, ob diese „kleine“ Vesperkirche gut ankommen würde, da die Begegnung zu kurz kommen könnte. „Wir haben trotz Einschränkungen sehr viel Begegnung und nette Momente ermöglichen können. Während des Aufbaus und bei der Essensausgabe kommen wir mit den Besucher*innen ins Gespräch und auch an den Stehtischen oder beim Anstehen tauschen sich die Menschen aus und freuen sich auf die Begegnung. Dieses Miteinander in bewegten Zeiten bestätigt uns vom Planungsteam und auch die Ehrenamtlichen in unserem Engagement in den beiden tollen Wochen“, betont Manuela Walcher.

Neben dem Essen besteht auch das Angebot der Seelsorge und die wird sehr gut angenommen. „Ich spreche Besucher*innen an und komme schnell mit ihnen ins Gespräch. Besonders Menschen, die alleine leben, haben in ihrem Alltag wenig Gelegenheit zu erzählen, wie es ihnen geht und was sie bewegt. Manch einem ist die Seele schwer vor Sorgen. Da tut es gut, mit den eigenen Nöten gehört zu werden,“ erklärt Pfarrerin Katharina von Kietzell.

Engel in schwarzen Kutten zu Besuch

Da es kein Kulturprogramm gab, war die Freude umso größer, dass die Barber Angels wieder kostenlos Haare schneiden und frisieren konnten. Rund 60 Personen haben die Vesperkirche nicht nur mit einem vollen Magern, sondern auch mit einem frisch frisierten Kopf verlassen. Insgesamt 17 Angels waren vor Ort und haben sich bei wunderschönem Wetter um den reibungslosen Ablauf gekümmert.

Für nächstes Jahr startet die Planung auch schon bald. „Ja, es soll vom 5.-19. März 2023 eine Vesperkirche geben und hoffentlich wieder im großen Stil und buntem Rahmenprogramm und noch mehr Besucher*innen. Das ist unser großer Wunsch“, bestätigen die drei Träger Vorstand der Diakonie Memmingen Stefan Gutermann, Dekan Christoph Schieder und Pfarrer Holger Scheu.

Wer die Vesperkirche in Form einer Spende unterstützt oder währenddessen bereit ist auch mehr für sein Essen zu zahlen, ermöglicht anderen Menschen mit einem kleinen Geldbeutel eine günstige und gute Mahlzeit.

Spendenkonto – Verwendungszweck „Vesperkirche Memmingen“

• Diakonisches Werk Memmingen e. V. | VR Bank Memmingen |    IBAN: DE13 7319 0000 0000 0556 03

• Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Memmingen | Sparkasse Memmingen |

  IBAN: DE53 7315 0000 0810 2005 50

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